Kompass für pädagogische Fachkräfte

Folge 23: Jüdische und muslimische Symbole im Dialog – Davidstern und Siegel Sulaimans

Im Schulalltag oder in pädagogischen Einrichtungen können religiöse Symbole oft Anlass für Fragen, Neugier oder auch Missverständnisse sein. Diese Folge der „Glaubensbrücken“ beleuchtet zwei zentrale Symbole des Judentums und des Islams – den Davidstern und das Siegel Sulaimans. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte können durch diesen Beitrag ihr Wissen erweitern, um diese Symbole im Unterricht kontextualisiert und sensibel zu behandeln.

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Warum dieses Thema für den Unterricht wichtig ist

Ein fundiertes Verständnis religiöser Symbole ist für die Extremismusprävention und den Abbau von Vorurteilen unerlässlich. Missverständnisse oder eine einseitige Sichtweise auf Symbole können zu Ausgrenzung und Feindseligkeit führen. Diese Folge zeigt auf, dass der Davidstern und das Siegel Sulaimans eine gemeinsame geometrische Form aufweisen und in beiden Traditionen tiefe spirituelle Bedeutungen haben. Die Aufklärung über gemeinsame Wurzeln und unterschiedliche Interpretationen fördert den interreligiösen Dialog, hinterfragt Stereotype und stärkt ein respektvolles Miteinander. Lehrkräfte erhalten Werkzeuge, um politische Instrumentalisierungen von Symbolen zu thematisieren und die Bedeutung religiöser Identität in einer pluralistischen Gesellschaft zu vermitteln.

Die Glaubensbrücke: Was wir in dieser Folge lernen

  • Die jüdische Perspektive (Daniel): Der Davidstern, auf Hebräisch „Magen David“ (Schild Davids) genannt, ist nach König David benannt und besteht aus zwei ineinandergreifenden Dreiecken. Er symbolisiert die Beziehung zwischen Gott und Mensch und umfasst Bezüge zu den zwölf Stämmen Israels, den sechs Schöpfungstagen und dem Schabbat. Seit dem 17. Jahrhundert ist er neben der Menora ein wichtiges jüdisches Symbol und schmückt Synagogen, Gräber, Friedhöfe, Sportvereine und die Flagge Israels. Daniel erklärt die geschichtliche Entwicklung und die traurige Entfremdung des Symbols im deutschen Kontext durch die Nationalsozialisten und seine missbräuchliche Verwendung, beispielsweise durch Impfgegner während der Corona-Pandemie. Heute wird der Davidstern von vielen Jüdinnen und Juden als Schmuckstück (Ketten, Armbänder, Ohrringe) getragen.
  • Die muslimische Perspektive (Misbah): Das Siegel Sulaimans (Salomons) wird von Musliminnen und Muslimen als Segensbringer betrachtet. Es besteht aus derselben sechszackigen Sternform wie der Davidstern und soll von Prophet und König Sulaiman als Siegel für seine Verfügungen verwendet worden sein. Es symbolisiert positive und negative Aspekte des Lebens (Gut und Böse, Ordnung und Chaos). Das Symbol findet sich an Gräbern, auf Münzen und in der Ornamentik von Moscheen, ist aber nicht bei allen Musliminnen und Muslimen als spezifisch islamisches Symbol bekannt. Misbah berichtet über eine Anekdote aus einer muslimischen Kita, in der eine Erzieherin eine sechszackige Sternschablone wegsortierte, da sie diese mit der israelischen Flagge assoziierte und die muslimische Tradition des Siegels Sulaimans nicht kannte. Misbah beleuchtet auch die Hamsa (Hand Fatimas) und das „böse Auge“ als kulturelle Schutzsymbole, die nicht direkt religiös begründet sind, aber im Volksglauben verankert sind und theologisch als Aberglaube gelten.
  • Das verbindende Element (Die Glaubensbrücke): Davidstern und Siegel Sulaimans sind in ihrer geometrischen Form identisch und weisen historische Verbindungen durch den Propheten und König David/Sulaiman auf. Beide Symbole werden als Schmuck oder in Ornamenten verwendet. Misbahs Anekdote verdeutlicht jedoch, wie mangelndes Wissen und politische Konflikte dazu führen können, dass die gemeinsame symbolische Tradition übersehen oder sogar abgelehnt wird. Die Folge zeigt die Notwendigkeit auf, den eigenen Reichtum der muslimischen Tradition wiederzuentdecken und im interreligiösen Dialog Wissen über diese gemeinsamen Symbole zu vermitteln.

Impulse für den interreligiösen Dialog im Unterricht

  • Einstiegsfrage: Welche Symbole sind in unserem Alltag überall präsent und wie beeinflusst ihre Darstellung unsere Wahrnehmung von bestimmten Gruppen oder Religionen?
  • Höraufgabe mit Zeitstempel: Die Anekdote von Misbah über den sechszackigen Stern in der muslimischen Kita (ca. 08:23-08:55 und 09:20-10:20) verdeutlicht, wie politische Konflikte die Wahrnehmung religiöser Symbole beeinflussen können. Diskutieren Sie im Plenum, welche Rolle Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte dabei spielen können, solche Missverständnisse aufzuklären und Toleranz zu fördern.
  • Diskussionsfrage: Welche weiteren Symbole aus verschiedenen Religionen oder Kulturen kennen Ihre Schülerinnen und Schüler, die ebenfalls eine verblüffende Ähnlichkeit oder eine gemeinsame Geschichte aufweisen könnten? Wie könnten diese im Unterricht als Brücken für den Dialog genutzt werden?

Arbeiten Sie mit den Bildimpulsen

  • Passende Bildimpulse-Karte: 23 Magen David – Der Davidstern
  • Passende Bildimpulse-Karte: 23 Khatam Sulaiman – Das Siegel Sulaimans

Mehr Materialien

Dieser Podcast basiert auf unserer physischen Lernkartenbox „Bildimpulse: Judentum & Islam“ des Maimonides Bildungswerks. Mehr Informationen zu unseren Angeboten finden Sie unter Projekt Kompass.

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