Einladung zum Dialog •
Auftaktveranstaltung
Raum für demokratischen, interreligiösen und europäischen Austausch
Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Eveline Breyer
Donnerstag, 8. Oktober 2026 •
16:30 Uhr • Einlass ab 16:00 Uhr
WBZ Ingelheim •
Fridtjof-Nansen-Platz 3 •
55218 Ingelheim am Rhein
Kostenloser Eintritt
– mit Anmeldung
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“
Der Ingelheimer Buber Diskurs eröffnet einen Ort für das Gespräch zwischen Religionen, Generationen und europäischen Perspektiven. Die Auftaktveranstaltung verbindet Grußworte, eine Keynote aus dem Europäischen Parlament und ein moderiertes Panel mit den Preisträgern der Martin Buber-Plakette 2026.
Wofür der Ingelheimer Buber Diskurs steht
1. Entstehung
Die Idee zu dieser Veranstaltungsreihe ist im Umfeld der Verleihung der Martin-Buber-Plakette 2026 entstanden. Mit Rabbi Aaron Malinsky, Imam Mustafa Cimşit und Dom Adriaan J. M. Lenglet wurden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Dialog, Verständigung und Frieden einsetzen.
Aus dieser Würdigung erwuchs der Wunsch, den Geist dieses Engagements dauerhaft in die Region zu tragen und Martin Bubers Denken mit aktuellen Fragen unserer Zeit zu verbinden.
2. Martin Buber heute
Dabei geht es nicht darum, Martin Buber lediglich historisch zu erinnern. Sein dialogisches Denken stellt uns bis heute vor eine grundlegende Aufgabe: den anderen Menschen nicht zum Gegenüber einer Auseinandersetzung zu machen, sondern ihn als „Du“ wahrzunehmen – als einen Menschen mit eigener Würde, eigener Geschichte und eigener Stimme.
3. Dialog und Demokratie
Eine solche Haltung ist gerade in Zeiten notwendig, in denen gesellschaftliche Debatten schärfer und unversöhnlicher werden. Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gefährden das friedliche Zusammenleben.
Extremistische Ideologien versuchen, Menschen gegeneinander aufzubringen, Misstrauen zu säen und gemeinsame demokratische Grundlagen zu zerstören. Ihnen lässt sich nicht allein mit Appellen begegnen. Es braucht Bildung, klare Haltung und konkrete Erfahrungen des Miteinanders.
Der Ingelheimer Buber Diskurs setzt deshalb auf das Gespräch – nicht als Selbstzweck, sondern als demokratische Praxis. Demokratie lebt davon, dass Menschen unterschiedliche Überzeugungen vertreten dürfen und dennoch miteinander verbunden bleiben.
Sie lebt vom Widerspruch ebenso wie von der Bereitschaft, die eigene Position zu prüfen. Sie lebt davon, dass wir einander widersprechen können, ohne einander die Würde abzusprechen.
4. Jüdisch-muslimische Zusammenarbeit
Das gilt für das Verhältnis zwischen den Religionen ebenso wie für den Austausch zwischen Generationen, politischen Ebenen und gesellschaftlichen Gruppen. Jüdische und muslimische Perspektiven sollen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Im Gegenteil: Ihre gemeinsame Präsenz und Zusammenarbeit zeigen, dass religiöse Verschiedenheit kein Hindernis für Solidarität, Freundschaft und demokratisches Engagement sein muss. Unterschiedlichkeit kann zur Stärke werden, wenn sie von Respekt und gegenseitiger Anerkennung getragen ist.
5. Lokal und europäisch
Zugleich reicht der Blick des Diskurses über Ingelheim hinaus. Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, des Schutzes jüdischen Lebens, der Religionsfreiheit, der Extremismusprävention und der demokratischen Resilienz sind lokale und europäische Fragen zugleich.
Was in einer Stadt beginnt – ein Gespräch, eine Begegnung, eine gemeinsame Initiative –, kann Bedeutung für eine größere Öffentlichkeit gewinnen. Europa wiederum bleibt auf lebendige Orte angewiesen, an denen seine Werte nicht nur beschrieben, sondern im Alltag eingeübt werden.
6. Einladung zum Gespräch
Der Ingelheimer Buber Diskurs versteht sich daher als Einladung: zur Auseinandersetzung, zur persönlichen Begegnung und zum gemeinsamen Nachdenken.
Er möchte Stimmen zusammenbringen, die einander nicht immer selbstverständlich begegnen. Er möchte Fragen zulassen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Und er möchte Mut machen, auch dort im Gespräch zu bleiben, wo Unterschiede deutlich werden oder Konflikte nicht sofort aufgelöst werden können.
7. Gemeinsamer Anspruch
Der Ingelheimer Buber Diskurs will dafür einen verlässlichen Ort schaffen: offen, respektvoll und streitbar; jüdisch, muslimisch, christlich und weltanschaulich vielfältig; lokal verankert und europäisch ausgerichtet.
Sein Anliegen lässt sich in einem einfachen Gedanken zusammenfassen: Gesellschaftlicher Zusammenhalt beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen. Er beginnt dort, wo Menschen einander als Menschen begegnen.
In diesem Sinne ist der Ingelheimer Buber Diskurs mehr als eine Veranstaltungsreihe. Er ist eine Einladung, Demokratie als gemeinsame Gesprächs- und Lebensform zu verstehen – und Begegnung als ihren unverzichtbaren Anfang.
Ablauf
16:00 Uhr
Einlass und Ankommen der Gäste
16:30 Uhr
Beginn der Veranstaltung
- Begrüßung und Einordnung des Abends durch das WBZ
- Grußwort von Maimonides (Manfred Levy)
- Grußwort der Landesbeauftragten Monika Fuhr (in Vertretung des Ministerpräsidenten)
- Grußwort der Oberbürgermeisterin Eveline Breyer
- Keynote von der 1. Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Sabine Verheyen
Moderiertes Panel mit
- Rabbiner Aaron Malinsky-Twerski (Preisträger Martin Buber-Plakette 2026)
- Imam Mustafa Cimşit (Preisträger Martin Buber-Plakette 2026)
- Sabine Verheyen (1. Vizepräsidentin des EU-Parlaments)
- Prof. Dr. Werner Janssen (Vors. Kuratorium Martin Buber-Plakette)
Im Anschluss
Empfang mit kleinem Imbiss und Zeit für Begegnung
Martin Buber-Plakette 2026
Imam Mustafa Cimşit
Martin Buber-Plakette 2026
Rabbiner Aaron Malinsky-Twerski
Martin Buber-Plakette 2026
Mit dabei
Eveline Breyer
Oberbürgermeisterin Ingelheim
Sabine Verheyen
1. Vizepräsidentin der EU
Monika Fuhr
Landesbeauftragte Rheinland-Pfalz
Prof. Dr. Werner Janssen
Vors. Kuratorium Martin Buber-Plakette
Manfred Levy
Geschäftsführer Maimonides
Imam Mustafa Cimşit
Martin Buber-Plakette 2026
Rabbiner Aaron Malinsky-Twerski
Martin Buber-Plakette 2026
Andreas Bockius
Moderator/Stadionsprecher 1. FSV Mainz 05
Anmeldung
Der Eintritt ist kostenlos, die Teilnehmerzahl begrenzt. Nach dem Absenden erhalten Sie automatisch eine Bestätigungs-E-Mail mit allen Angaben zur Veranstaltung.
Vielen Dank für Ihre Anmeldung!
Eine Bestätigungs-E-Mail ist an Ihre E-Mail-Adresse unterwegs. Wir freuen uns auf die Begegnung am 8. Oktober 2026.
Ort
WBZ Ingelheim
Fridtjof-Nansen-Platz 3
55218 Ingelheim am Rhein
Einlass ab 16:00 Uhr. Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich und vom Bahnhof Ingelheim in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.
WBZ Ingelheim 