Kompass für pädagogische Fachkräfte

Folge 24: Der Haussegen im Unterricht – Einblicke in Mesusa und Basmala

Im Schulalltag begegnen Lehrkräfte häufig Schilderungen oder sichtbaren Symbolen religiöser Praxis, deren Bedeutung Schülerinnen und Schülern oft unbekannt ist. Diese Podcast-Folge bietet pädagogischen Fachkräften die Möglichkeit, ihr Wissen über zwei zentrale religiöse Symbole des Judentums und Islams – die Mesusa und die Basmala – zu vertiefen und deren Funktion im Alltag gläubiger Menschen zu verstehen und zu vermitteln.

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Warum dieses Thema für den Unterricht wichtig ist

Die Kenntnis religiöser Symbole und Praktiken wie der Mesusa und der Basmala trägt maßgeblich zum Abbau von Vorurteilen bei, indem sie ein tieferes Verständnis für den Alltag und die Glaubenswelt jüdischer und muslimischer Schülerinnen und Schüler ermöglicht. Durch die Erläuterung der schützenden und segnenden Funktion dieser Symbole wird die Gemeinsamkeit religiöser Grundbedürfnisse deutlich, was Respekt und interreligiösen Dialog im Klassenzimmer fördern kann und somit Extremismusprävention unterstützt. Die Auseinandersetzung mit diesen Ritualen zeigt, wie Glaube im persönlichen Umfeld Ausdruck findet und Sicherheit sowie Orientierung bietet.

Die Glaubensbrücke: Was wir in dieser Folge lernen

  • Die jüdische Perspektive (Daniel): Die Mesusa ist ein kleines Behältnis, das an Türrahmen jüdischer Häuser angebracht wird. Sie enthält eine Pergamentrolle mit den ersten beiden Abschnitten des Schma Jisrael, dem jüdischen Glaubensbekenntnis. Die Mesusa dient als Schutz und Haussegen, wird in der oberen Hälfte des rechten Türrahmens befestigt (ausgenommen Badezimmer und Toiletten) und von frommen Jüdinnen und Juden beim Durchschreiten berührt und geküsst. Die Tradition der schrägen Anbringung führte zum deutschen Sprichwort „Der Haussegen hängt schief“. Für die Mesusa gibt es koschere (handgeschrieben von einem Rabbiner) und nicht-koschere Varianten.
  • Die muslimische Perspektive (Misbah): Die Basmala ist die arabische Phrase „Bismi llahi r-rahmani r-rahim“ („Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen“) und wird von Musliminnen und Muslimen verwendet, um neue Handlungen zu beginnen oder beim Betreten von Räumen. Sie ist ein Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes und segnet den Eingang zum Haus. Basmalas sind oft kunstvoll als Kalligrafie gestaltet und können in verschiedenen Materialien oder als Wandbilder gefunden werden. Aus Respekt wird sie nicht in Badezimmern oder Toiletten angebracht. Musliminnen und Muslime sagen zudem beim Eintreten in ein Haus „Salam alaikum“, auch wenn niemand anwesend ist, um die Engel zu grüßen.
  • Das verbindende Element (Die Glaubensbrücke): Sowohl die Mesusa als auch die Basmala dienen als Haussegen und schützende Symbole, die den Eintritt in einen Raum oder den Beginn einer Handlung unter den Segen Gottes stellen. Beide Praktiken erinnern die Gläubigen an die Präsenz Gottes im Alltag und betonen die Barmherzigkeit des Schöpfers. Sie sind sichtbare Zeichen des Glaubens, die spirituellen Schutz und Frieden für das Heim und seine Bewohner suchen, und zeigen Parallelen in der respektvollen Handhabung heiliger Texte und Symbole.

Kreative Impulse für den interreligiösen Unterricht

  • Einstiegsfrage: Welche Rituale oder Symbole, die Schutz oder Segen verheißen, kennen Sie aus verschiedenen Kulturen oder Religionen? Tauschen Sie sich darüber aus.
  • Höraufgabe: Hören Sie ab Minute 01:10, wie Misbah die muslimische Basmala erläutert, und ab Minute 02:13, wie Daniel die jüdische Mesusa beschreibt. Identifizieren Sie anschließend die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Funktion als Haussegen.
  • Diskussionsfrage: Wie können materielle Glaubenssymbole und -texte im Alltag von Gläubigen zum Ausdruck gebracht werden, ohne dass dies zu Missverständnissen oder Diskriminierung führt?

Arbeiten Sie mit den Bildimpulsen

    • Passende Bildimpulse-Karte: 24 Mesusa – Der Haussegen
    • Passende Bildimpulse-Karte: 24 Basmala – Der Haussegen

Mehr Materialien

Dieser Podcast basiert auf unserer physischen Lernkartenbox „Bildimpulse: Judentum & Islam“ des Maimonides Bildungswerks. Mehr Informationen zu unseren Angeboten finden Sie unter Projekt Kompass.

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