Kompass für pädagogische Fachkräfte
Folge 01: Gottesvorstellungen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
In einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft begegnen Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte im Alltag immer wieder Fragen zu unterschiedlichen Glaubensvorstellungen. Diese Podcast-Folge bietet eine grundlegende Einführung in die Gottesbilder des Judentums und des Islams und ermöglicht es Ihnen, Ihr eigenes Wissen zu diesem zentralen Thema beider Religionen zu erweitern und fundiert im Unterricht zu agieren.
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Mehr InformationenWarum dieses Thema für den Unterricht wichtig ist
Das Verständnis verschiedener Gottesvorstellungen ist ein essenzieller Baustein, um interreligiöse Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern zu fördern und Vorurteile abzubauen. Eine sachliche Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Gottesbild von Judentum und Islam kann dazu beitragen, stereotype Denkweisen zu hinterfragen und den Respekt füreinander zu stärken. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Extremismusprävention, da es religiöse Analphabetismus und Missverständnisse reduziert und somit die Basis für einen konstruktiven Dialog im Schulalltag schafft.
Die Glaubensbrücke: Was wir in dieser Folge lernen
- Die jüdische Perspektive (Daniel): Im Judentum ist der Name Gottes so heilig, dass das Tetragrammaton (YHVH) aus Ehrfurcht nicht ausgesprochen wird. Stattdessen werden Ersatzbezeichnungen wie „HaShem“ (der Name) oder „Adonai“ (mein Herr) verwendet. Gott wird mit über 72 Namen und Eigenschaften beschrieben, wobei der Barmherzige und der König der Könige prominent sind. Gebete werden oft mit bestimmten Melodien (Nigunim) begleitet, und es gibt traditionelle sowie modern adaptierte musikalische Interpretationen religiöser Texte. Rituelle Bewegungen, wie das Zurücktreten vor dem Amidah-Gebet, symbolisieren das Eintreten in eine direkte Kommunikation mit Gott.
- Die muslimische Perspektive (Misbah): Im Islam ist „Allah“ der Name für Gott, der sich von „al-Ilah“ ableitet und den monotheistischen Charakter betont, da er keinen Plural bilden kann. Die „99 schönsten Namen Gottes“ (Asma al-Husna) beschreiben Gottes Attribute wie den Barmherzigen (ar-Rahman) und den Schöpfer (al-Khaliq). Diese Namen werden in Gebeten und durch Dhikr (Gotteserinnerung), oft mithilfe von Gebetsketten (Tasbih), rezitiert. Misbah erläutert verschiedene theologische Meinungen zur Musik im Islam, wobei die Rezeption von Koranversen eher als Rezitation denn als Gesang verstanden wird und die Instrumentalmusik kontrovers diskutiert wird, abhängig von ihrem Kontext und ihrer Wirkung.
- Das verbindende Element (Die Glaubensbrücke): Beide Religionen eint die monotheistische Gottesvorstellung und die Praxis, Gott durch zahlreiche Namen und Eigenschaften zu beschreiben. Der Respekt vor dem Göttlichen führt in beiden Traditionen zu besonderen Formen der Namensverwendung im Alltag und im Gebet. Die gemeinsame Betonung der Barmherzigkeit als zentrale Eigenschaft Gottes schafft eine wichtige theologische Brücke zwischen Judentum und Islam.
Praktische Impulse für die Reflexion von Gottesvorstellungen
- Einstiegsfrage: Welche Eigenschaften und Vorstellungen von Gott sind Schülerinnen und Schülern aus ihrem persönlichen Umfeld bekannt? Gibt es Attribute, die ihnen besonders wichtig erscheinen?
- Höraufgabe (ab 00:30): Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf die Diskussion über die unterschiedlichen Namen und Bezeichnungen für Gott in beiden Traditionen achten. Wie unterscheiden sich die Ansätze, um Gottes Heiligkeit im Sprachgebrauch Ausdruck zu verleihen?
- Diskussionsfrage: Wie können wir im Unterricht das Konzept der „Glaubensbrücke“ – also Gemeinsamkeiten trotz Unterschiede – nutzen, um ein besseres Verständnis und gegenseitigen Respekt für religiöse Vielfalt zu fördern?
Arbeiten Sie mit den Bildimpulsen
- Passende Bildimpulse-Karte: 01 G‘tt im Hebräischen
- Passende Bildimpulse-Karte: 01 Gott im Arabischen
Mehr Materialien
Dieser Podcast basiert auf unserer physischen Lernkartenbox „Bildimpulse: Judentum & Islam“ des Maimonides Bildungswerks. Mehr Informationen zu unserem Projekt und Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte finden Sie unter Projekt Kompass.
Mithilfe von KI erstellt