Wanderausstellung 5 Min. Lesezeit

Dialog statt Vorurteile: Wanderausstellung an der Carlo-Mierendorff-Schule

Die Maimonides-Geschäftsführer Mustafa Cimşit und Manfred Levy vor den Bannern der Wanderausstellung in der Bibliothek der Carlo-Mierendorff-Schule

Von August bis zum 11. September war unsere Wanderausstellung an der Carlo-Mierendorff-Schule in Frankfurt am Main zu Gast. Die Integrierte Gesamtschule hat den Gemeinsamkeiten von Judentum, Islam und Christentum damit mitten im Schulalltag Raum gegeben.

Wie gut das ankommt, zeigt eine Zahl: 380 Mal haben Jugendliche das begleitende Quiz gespielt. Die Ausstellung verbindet interreligiöses Lernen, Demokratiebildung und Respekt im Miteinander, und sie lässt sich über mehrere Jahrgangsstufen hinweg einsetzen.

Ein Lernort, der sich in den Schulalltag einfügt

Die Banner standen in der Schulbibliothek und waren damit für die gesamte Schulgemeinschaft zugänglich. Ganze Klassen kamen im Fachunterricht, andere Jugendliche blieben in Freistunden davor stehen und diskutierten weiter.

Auf den großformatigen Roll-ups stehen Symbole, Begriffe und Traditionen der drei Religionen unmittelbar nebeneinander. Was auf den ersten Blick fremd wirkt, erweist sich beim genauen Hinsehen oft als vertraut. Genau dieser Moment ist der Ausgangspunkt für Gespräche über Identität, Respekt und demokratische Werte.

Für die Schule bleibt der Aufwand gering. Die Ausstellung kommt fertig ins Haus und braucht keine Vorbereitung im Kollegium. Einbinden lässt sie sich in Religion, Ethik, Geschichte sowie Politik und Wirtschaft, ebenso an Projekttagen.

Weil die Inhalte in mehreren Jahrgangsstufen funktionieren, können Lehrkräfte sie jahrgangsübergreifend nutzen und den Besuch so legen, wie es der eigene Stundenplan hergibt.

380 Teilnahmen zeigen, dass das Quiz die Jugendlichen erreicht

Aus dem Betrachten wird ein Entdecken: Über QR-Codes auf den Bannern führt das interaktive Quiz Station für Station durch die Ausstellung. Gespielt wird auf dem eigenen Smartphone, die Antworten finden die Jugendlichen direkt auf den Roll-ups.

380 Teilnahmen kamen an der Carlo-Mierendorff-Schule zusammen. Das ist der deutlichste Beleg dafür, dass die Ausstellung nicht nebenbei mitläuft, sondern tatsächlich genutzt wird.

Schüler zeigt auf dem Tablet 100 Prozent im Quiz zur Station Zedaka und Sadaqa

Quiz-Gewinner

Volle Punktzahl! 🎊

Vier Schülerinnen und Schüler haben das Quiz komplett durchgespielt, und das mit voller Punktzahl an allen Stationen.

Im Bild: 100 Prozent an Station 11 „Zedaka und Sadaqa“.

Der spielerische Zugang sorgt dafür, dass die Jugendlichen selbst aktiv werden. Sie lesen genauer, vergleichen ihre Ergebnisse, korrigieren sich gegenseitig und kommen dabei ganz nebenbei ins Gespräch. Für Lehrkräfte heißt das: Statt reiner Wissensvermittlung entsteht eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem Thema, oft in kleinen Gruppen und ohne dass jemand die Diskussion anstoßen muss.

Die Gesprächsrunde: Begegnung auf Augenhöhe

Zum Auftakt luden unsere beiden Geschäftsführer Mustafa Cimşit und Manfred Levy zu einer gemeinsamen Runde ein. Neun Lehrkräfte und fünf Jugendliche (Digital Ambassadors) saßen dabei an einem Tisch und sprachen über ihre Rolle bei der Begleitung der Ausstellung.

Die Jugendlichen konnten ihre Fragen direkt an die beiden Experten richten, die aus der jüdischen und der muslimischen Praxis berichten, statt sie nur im Unterricht zu besprechen. Lehrkräfte und Schülerschaft reflektieren dabei gemeinsam, und Fragen, die sonst unausgesprochen bleiben, kommen auf den Tisch.

Aus einem Ausstellungsbesuch wird so ein Lernprozess, der über die zwei Wochen hinaus wirkt.

Was die Lehrkräfte berichten

Die Rückmeldungen aus dem Kollegium bestätigen, was die Ausstellung erreichen will. Lehrkräfte, die sie mit ihren Klassen besucht haben, empfehlen sie ausdrücklich weiter, und sie nennen dafür genau die Punkte, auf die es uns ankommt: echtes Interesse der Jugendlichen, der Blick auf Gemeinsamkeiten statt auf Unterschiede und ein Beitrag zum Abbau von Vorurteilen.

Simona Stoimenoff, Oberstudienrätin an der Carlo-Mierendorff-Schule

Eine sehr gewinnbringende Doppelstunde für meine Klasse 8! Das Interesse seitens der Schüler war da – schließlich wollten alle zum Abschlussworkshop. Den Fokus auf die Gemeinsamkeiten zu legen hat sich als ein kluger Schachzug erwiesen. In Zeiten der Extreme ist Verständigung zwischen den Religionen besonders wichtig, und dieser Ansatz funktioniert viel besser als ‚du musst tolerant sein‘!

Simona Stoimenoff, OStR an der Carlo-Mierendorff-Schule

Die Ausstellung von Maimonides zum jüdisch-muslimischen Dialog hat den Schülerinnen und Schülern viele neue Einblicke gewährt. Sie waren selbst überrascht, wie viele Gemeinsamkeiten es zwischen dem Judentum, dem Islam und dem Christentum gibt. Vorurteile abzubauen und zur besseren Verständigung der Religionen beizutragen, sind zentrale Bildungsaufgaben – genau hier leistet die Ausstellung einen wertvollen Beitrag zur Versöhnung.

Reinhard Bok, Fachbereichsleiter II an der Carlo-Mierendorff-Schule
Reinhard Bok, Fachbereichsleiter an der Carlo-Mierendorff-Schule

Was von den zwei Wochen an der Schule bleibt

Die Banner sind abgebaut, die Gespräche gehen weiter. Jugendliche, die sich vorher kaum über Religion ausgetauscht haben, haben zwei Wochen lang nebeneinandergestanden, verglichen und diskutiert. Aus Neugier wurde Verständnis, und Vorurteile verlieren ihre Grundlage, wenn die vermeintlich fremde Tradition plötzlich vertraute Züge trägt.

Für das Kollegium hat sich gezeigt, dass sich das Format in den laufenden Unterricht einfügt, statt ihn zu ersetzen. Die Ausstellung lässt sich dort andocken, wo ohnehin über Religion, Geschichte und Zusammenleben gesprochen wird, und sie liefert einen Anlass, der von den Jugendlichen selbst ausgeht. Damit taugt sie als Baustein für Demokratiebildung, Präventionsarbeit und interreligiöses Lernen gleichermaßen.

Die Wanderausstellung auf einen Blick

20 Roll-up-Banner

20 Roll-up-Banner

Großformatig, doppelseitig und mit QR-Codes zu Videos und Quizfragen.

Drei Religionen im Vergleich

Drei Religionen im Vergleich

Symbole, Begriffe und Traditionen von Judentum, Islam (Vor- und Rückseite) und Christentum (Quizteil) nebeneinander.

Quiz am eigenen Smartphone

Quiz am eigenen Smartphone

Die Jugendlichen erschließen sich die Inhalte Station für Station selbst.

Ab Klassenstufe 5

Ab Klassenstufe 5

Die Inhalte funktionieren über mehrere Jahrgangsstufen hinweg.

Fachunterricht und Projekttage

Fachunterricht und Projekttage

Einsatz in Religion, Ethik, Geschichte sowie Politik und Wirtschaft.

Demokratiebildung

Demokratiebildung

Fördert Gesprächskompetenz, Perspektivwechsel und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Geringer Aufwand

Geringer Aufwand

Die Ausstellung kommt fertig ins Haus, die Schule stellt nur den Raum.

Begleitende Materialien

Begleitende Materialien

Kartenset: Jüdische Tradition & Islamische Tradition – eine Gegenüberstellung mit 90 Bildimpulsen können nachhaltig eingesetzt werden.

Logo des Dialograums, der jüdisch-muslimischen Wanderausstellung

Holen Sie die Wanderausstellung an Ihre Schule

Das Konzept ist erprobt, die Durchführung unkompliziert: Die Ausstellung steht zwei Wochen an Ihrer Schule, die Jugendlichen erschließen sie eigenständig über das Quiz, und Ihr Kollegium kann die Inhalte ohne zusätzliche Vorbereitung im Unterricht aufgreifen.

Der pädagogische Mehrwert liegt im Abbau von Vorurteilen, in gelebter Vielfalt und in einem Beitrag zum Zusammenhalt an Ihrer Schule.

Alle Informationen zum Konzept, zu den Bannern und zur Buchung finden Sie auf der Projektseite zur Wanderausstellung. Sie erreichen uns unter info@maimonides.eu und telefonisch unter 06132 9740174.

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