Im Jahr 2021 sind es 1700 Jahre, auf die eine Geschichte der Juden in den deutschen Landen zurückblicken kann. Sie führt uns in die vielgestaltigen Lebensverhältnisse der antiken Mittelmeerwelt und ebenso in die vielseitig zwischen Juden, Christen und Muslimen verflochtenen Erfahrungen des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Europa. Allerdings lassen sich die sich spätestens seit dem 17. Jahrhundert abzeichnenden Wege zur Moderne auch als Wege einer zunehmenden Vereindeutigung (Thomas Bauer) beschreiben: Zwischen Einschließung und Ausschließung (Michel Foucault), Emanzipation und Determinierung bzw. Diskriminierung führen diese für die jüdische Bevölkerung zu einer Zunahme von Chancen und Wohlstand auf der einen, zu einem bislang nicht gekannten Ausmaß an Gewalt und Zerstörungserfahrungen auf der anderen Seite, die im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Extreme (Eric Hobsbawm), dann in der Shoah kulminierten. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind deren Schatten und die damit verbundenen Ambivalenzen (Zygmunt Bauman) ebenso noch vorhanden wie all jene Potentiale und Reservoire, die Vernichtung zum einen, Wohlfahrt und Toleranz zum anderen ermöglichen.

Für die Bundesrepublik Deutschland geht es im „bundesweiten Festjahr 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“ darum, sich dieser langen und facettenreichen Geschichte aufs Neue auch in dem Sinne bewusst zu werden, um Erinnerungen und Handlungsoptionen für die Gegenwart und Zukunft eines Zusammenlebens unterschiedlich religiös, politisch oder kulturell orientierter Menschen in einer Gesellschaft für Gegenwart und Zukunft zu erkunden und ggf. zu gestalten.

Im Rahmen dieses Festjahrs und der mit ihm verbundenen Einladungen zu Information und Gespräch, aber auch Anstößen zum wechselseitigen Kennenlernen und miteinander Arbeiten und Leben bietet „Maimonides – Jüdisch-muslimisches Bildungswerk“ in Kooperation mit der „Akademie des Bistums Mainz – Erbacher Hof“  ein Veranstaltungsprogramm an, das sich unter dem Titel

Unerzählte Geschichten – Anstöße für die Gegenwart”.

Jüdisch-muslimische Wechselbeziehungen in der deutschen und europäischen Geschichte und heute

der Besinnung auf die Geschichte(n) der Juden, Christen und Muslime im Rahmen der deutschen Lande und der europäischen Geschichte widmet und die dort auffindbaren Erfahrungen für die Bearbeitung bzw. auch Reflexion gegenwärtiger Aufgabenstellungen zu nutzen sucht.

Hier alle Termine der Veranstaltungsreihe:

03 Okt 2021
19:30

Filmabend

Neue Synagoge Mainz
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Weitere Veranstaltungen wie Konzerte und Workshops sind geplant, jedoch wegen der Pandemie zur Zeit noch nicht terminiert. Bitte besuchen Sie die Website gelegentlich, wir veröffentlichen die Daten sobald wir können.